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Boris Oltmanns
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Natürlich passieren in einem Orchester viele Dinge, die zunächst
todernst (oder auch nicht) scheinen, aber mit der Zeit eher lustig sind
wie z. B. : |
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Der Solist
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Die Suche
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Der Bus nach Rügen
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| Während
eines Besuchs unserer Patengemeinde in Wiesen (Tirol)
im Jahr 1992 sorgte eines Abends eine Band für die
Unterhaltung der Gäste im Gemeindepark. Die Mitglieder
des Blasorchesters waren seit Stunden unverdrossen damit
beschäftigt die Wein- und Bierreserven des Ortes
zielstrebig aufzustöbern und zu vernichten. In entsprechendem
Zustand war unser 1. Klarinettist der Überzeugung,
dass er eine sinnvolle Verstärkung für die Band
auf der Bühne sei. Zunächst unbemerkt von uns
baute er sich auf der Bühne vor der Band auf um dann
den "Beale-Street-Blues" zum Besten zu geben. Die Band
ließ sich auch nicht lumpen und versuchte einzusteigen
und ihn zu begleiten. Unser Kamerad war der Auffassung,
dass der Beale-Street-Blues genau das richtige sei um
die Stimmung weiter anzuheizen und fing so etwa 7 - 8
mal wieder von vorne an. Wir hatten schließlich
ein Einsehen, hakten unseren Solisten links und rechts
ein, um ihn mit sanfter Gewalt von der Bühne zu holen
und seine Darbietung bei einem guten Tropfen in den höchsten
Tönen zu loben. Die Klarinette wurde am nächsten
morgen zunächst vermisst, konnte aber im Rahmen einer
sofort eingeleiteten Ringfahndung wiederbeschafft werden.
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Während
einer Orchesterfahrt zum „Musikantentreff Ostsee“ in Rostock
(1997) sollten wir gemeinsam mit allen beteiligten Orchestern
in Warnemünde am Leuchtturm den abschließenden
Festumzug bestreiten. Unter Zeitdruck und voller Hektik
machten wir uns alle Spielbereit und wollten dann zum
Sammelpunkt. .. Bis jemand bemerkte das unser Jüngster
nicht mehr da war...
Eine in der Orchestergeschichte beispiellose aber erfolglose
Suchaktion wurde gestartet.
– Schließlich waren alle ratlos - bis jemand eine
Stimme hörte: „Hallo Mama!, Hallo Papa!“ Alle sahen
sich um, doch niemand konnte die Stimme orten, bis die
Ergänzung kam „Hier oben!“ Unser Nachwuchsposaunist
war in Seelenruhe bis ganz oben auf den Leuchtturm geklettert,
genoss die tolle Aussicht und winkte uns freudig zu. Die
Freude wich dann während der anschließenden
Standpauke von Papa wieder... |
Im Jahr 1995
fuhren wir zum Orchesterwettbewerb des niedersächsischen
Landesmusikrates nach Bad Harzburg. Der von uns gecharterte
Bus machte am Hauptbahnhof in Bremerhaven einen Zwischenstop
um noch einige unserer Musiker aufzunehmen. Der Busfahrer
stieg aus und half einer älteren Dame beim verstauen
ihres Gepäcks. "Sicher wird der Busfahrer die gute
Frau kennen und ein Stück des Weges mitnehmen wollen."
so dachten wir alle. Eine gute Stunde waren wir unterwegs
und die mysteriöse Mitreisende war ganz erstaunt
über die außerordentlich ausgelassene Stimmung
der Reisegruppe - offensichtlich kannte man sich. Sie
nahm sich schließlich ein Herz um beim Busfahrer
nachzufragen:
"Entschuldigung, dies ist doch der Bus nach Rügen?!"
Nein, war er natürlich nicht. Die Dame war aber an
einem Alternativtrip zum Orchesterwettbewerb mit Übernachtungsmöglichkeit
auf Luftmatratzen und reichhaltigen Gerstenbräuzwischenmahlzeiten
aus unverständlichen Gründen nicht interessiert.
So mussten wir an einer entlegenen Busstation in der Nähe
von Bremen haltmachen und die gute Frau Ihrem Schicksal
überlassen - ob Sie Rügen je erreichte konnte
leider nie geklärt werden.
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Immer geradeaus
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Ein bisschen zu früh
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Die Tretbootfahrt
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1. Mai, Umzug in Bremerhaven zur Maikundgebung. Unser
Posaunist, der in der ersten Reihe rechts außen
lief, war voll bei der Sache. Den Blick immer schön
auf die Noten gerichtet und immer schön geradeaus
marschiert. - So kann einem schon einmal entgehen, dass
das restliche Orchester zwischenzeitlich eine Linkskurve
läuft. Die Konzentration unseres Kollegen wurde
dann aber doch durch das Gejohle der Zuschauer derart
gestört, dass er aufschreckte und flugs die Verfolgung
des davongeeilten Orchesters aufnahm. |
Viele Jahre
haben wir den Schützenumzug in Kührstedt begleitet.
So auch im Jahr 1995. Voller Tatendrang fuhren wir mit
unseren Autos zum Schützenhaus, dem Treffpunkt
für den Abmarsch. In diesem Jahr war kein Karussell
auf dem Festplatz aufgebaut. "Schützenfeste
sind auch nicht mehr das was Sie früher einmal
waren!" - Aber in diesem Jahr gab es auch keinen
Bierstand - und auch keine "Bratwurstbude"....
und Zuschauer ? ....... und wo sind eigentlich die Schützen?
Bedeppert mussten wir erkennen das wir wohl eine Woche
zu früh angereist waren..... |
Wir waren 1982
während einer Orchesterfahrt zu einem Besuch am
Gardasee in Italien. Die meisten von uns haben mit Tretbooten
den See erobert. Während einer gewagten Rettungsaktion,
in deren Verlaufe eine Bluse erfolgreich vor dem Ertrinken
gerettet werden konnte, war leider zu beklagen, das
sich unsere 1. Klarinettistin einen Fingernagel abbrach
und so leider nicht an dem folgenden Konzert teilnehmen
konnte. In einer heftigen Diskussion wurde die Problematik
eingehend erörtert und auf den Punkt gebracht:
„Es geht nicht mehr an, dass vor Auftritten Tretboot
gefahren wird!“ |
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Der neue Trommelschläger |
| Während sich alle
zu einem Ständchen aufstellten, kramte unser Schlagzeuger
endlos lange in allen möglichen Taschen und Kisten um
anschließend mit rotem Kopf zu bekennen: „Ich hab den
Schläger für die große Trommel vergessen!“
Natürlich sind wir nie um innovative Ideen verlegen und
so wurde bei dem herannahenden Partyservice zunächst
die Kelle für die Gulaschsuppe konfisziert und als Trommelschläger
missbraucht. Die hungrigen Partygäste waren so zumindest
gezwungen sich vor dem Essen erst einmal unser Ständchen
anhören zu müssen! |
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